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Die Nomaden in Ägypten


Donnerstag, Dezember 29th, 2011

Die drei Bevölkerungsgruppen

Schon vor Jahrtausenden teilte sich das Land Ägypten in drei verschiedene Gruppen auf. Die erste Gruppe waren die Nomaden oder Beduinen. Sie durchwanderten das ganze Jahr über mit ihren Kamelen die Wüstengebiete in Ägypten. Sie mussten oft weite Wege zurücklegen, um an Wasserstellen oder Oasen zu gelangen und ständig waren sie unterwegs, um gute Weidegründe für das Vieh zu finden.

Bei der zweiten Gruppe handelte es sich um die Bauern in Ägypten, die ganzjährig ihre Felder bewirtschaften mussten und daher nicht umherziehen konnten. Die Gebundenheit an einen Ort, die dadurch entstand, entwickelte bei den Bauern eine ganz andere Mentalität, als die der Nomaden, die sich bis heute gehalten hat.

Die dritte Gruppe waren die Stadtbewohner. Die wiederum hatte ebenfalls ihre sehr spezielle Art zu leben. Die Städter in Ägypten waren, wie die Nomaden auch, recht mobil und lebten von den Basaren, die sie überall in Ägypten, vor allem an den Knotenpunkten der Karawanenstraßen, abhielten.

Einführung in die Geschichte

Trotzdem alle drei Gruppen in einer besonderen Art und Weise voneinander abhängig waren, entstanden im Laufe der Zeit sehr deutliche Abgrenzungen untereinander. Vorurteile und Vorbehalte gegeneinander waren letztendlich nicht mehr aus der Welt zu schaffen.

Durch kriegerische Nomadenstämme kam es schließlich zu Plünderungen von Städten, Dörfern und Oasen. Ebenso wurden ganze Ernten der Bauern durch die Nomaden vernichtet. Dagegen eingeleitete Maßnahmen, die dies verhindern sollten. nutzten überhaupt nichts. Immer häufiger entstanden Konflikte dieser Art und schon bald war es nicht mehr möglich, friedlich nebeneinander zu leben.

Dennoch vermischten sich die Lebensweisen der Gruppen im Laufe der Zeit mehr und mehr. Das lag zum Einen am rasanten Bevölkerungswachstum, zum Anderen aber auch daran, dass immer mehr Nomaden sich ansiedelten und sesshaft wurden, wie zum Beispiel auf dem Sinai in Ägypten. Auch die Bauern entwickelten einen anderen Lebensstil, denn durch Verkehrsanbindungen von Dörfern und Höfen, entstand dort immer mehr städtischen Charakter.

Viele Menschen vom Land zieht es trotzdem heute in die größeren Städte von Ägypten, wie zum Beispiel nach Kairo. Dort versuchen sie fruchtbaren Boden zu nutzen und bringen somit wiederum ein wenig dörflichen Charakter in die Stadt.

Aber es gibt bis in die heutige Zeit in Ägypten noch etwa 70000 arabische Beduinen, die wie Nomaden leben. Man findet sie in den Wüsten des Landes, ebenso wie östlich des Nils. Sie ziehen entweder als Kleintiernomaden mit Eseln, Schafen und Ziegen durch das Land Ägypten oder sind als Kamelzüchter, sogenannte Großviehnomaden, unterwegs. Vielfach spielt sich das Leben der Nomaden jedoch heute in den Touristenzentren ab, wo man den Besuchern das Leben aus vergangenen Zeiten präsentiert.






Bild oben © Jennifer Stone-Shutterstock.com

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