Mittwoch, Januar 18th, 2012
Wenn der Name des alten Ägypten fällt, dann denken viele Menschen an die mächtigen Pyramiden, die herrlichen Tempel und die reichhaltige Mythologie des ersten Großreiches der Menschheit.
Aber auch in der Literatur war das große Ägypten weit entwickelt.
Allerdings ist vom einstigen Ideenreichtum nicht mehr viel übrig geblieben. Grund hierfür ist vor allem das mangelnde Interesse früherer Historiker. Unser heutiges großes Wissen über die Literatur der Griechen und der Römer verdenken wir der Tatsache, dass im Mittelalter und in der Renaissance viele Texte dieser Zeit abgeschrieben und übersetzt worden sind.
Ein derartiges Interesse gab es leider nicht am alten Ägypten. Daher ist unser heutiges Wissen der Ägypten-Literatur nur sporadisch zu nennen und umfasst wahrscheinlich nur einen kleinen Teil eines reichhaltigen Schatzes.
Quellen der Literatur
Vieles was uns an Ägypten-Literatur bekannt ist, wurde in demotischer Sprache verfasst. Dieser Begriff stammt von Herodot und bedeutet in etwa volkstümliche Sprache oder auch Umgangssprache. Diese Schriften waren also für das gemeine Volk gedacht, ähnlich wie der Großteil der Literatur heute.
Bevorzugtes Material zum Schreiben war natürlich der Papyrus. Da dieser sich aber nur unter guten Bedingungen lange hält, sind heute fast ausschließlich Fragmente der alten Schriften enthalten. Der größte Teil unseres literarischen Wissens basiert auf dem, was in den geschützten Tempeln und ähnlichen Bauten in Stein oder Holz geschnitzt wurde.
Dies waren größtenteils religiöse Texte, vor allem die bekannten Jenseitsbücher. Daher sind sie die größte und am meisten bekannte literarische Gattung, die uns heute noch bekannt ist.
Gattungen der Ägypten-Literatur
Doch war die Literatur im alten Ägypten weit umfangreicher, als die meisten Menschen sich das vorstellen. Ähnlich wie bei vielen heutigen Gattungen gab es nicht immer klare Grenzen zwischen den einzelnen Textarten. Das war unter anderen darin begründet, dass die Ägypter keine klare Trennlinie zwischen den Wissensbereichen und dem Übernatürlichen zogen. Daher ist eine Unterteilung der Ägypten-Literatur auch nur grob möglich.
Neben den bekannten religiösen Texten, den Jenseitsbüchern und Hymnen auf verschiedene Götter, waren auch profane Texte weit verbreitet. Hierbei handelte es sich oft um Autobiografien bedeutender Persönlichkeiten, um Briefe, aber auch Gedichte und Lieder.
Die medizinischen Texte des alten Ägypten unterschieden noch nicht zwischen Aberglaube und tatsächlichen Beobachtungen. Trotzdem wiesen sie bereits einen großen Umfang und Genauigkeit auf.
Die Weisheitstexte dagegen waren die Schulbücher der damaligen Zeit. Sie vermittelten nicht nur Wissen, sondern auch moralische Werte.
Allgemein lässt sich sagen, dass die Literatur vom Alten Reich, bis hin zum Ende Ägyptens eine Wandlung durchmachte, die immer mehr zum Abstrakten hin führte.
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